Die Klimabilanz von Elektroautos ist jetzt schon deutlich besser als die von Verbrennern: Über die gesamte Lebenszeit stoßen moderne E-Autos schon heute 70-80 Prozent weniger CO2 aus als Verbrenner. Mit jedem zusätzlichen Windrad und jeder zusätzlichen PV-Anlage im Strommix wird dieser Vorteil größer – bis hin zum Ziel eines komplett klimaneutralen Stromsystems. Dass die Emissionen von Fahrzeugen nach den EU-Regeln am Auspuff gemessen werden, sollte niemanden überraschen. Das war spätestens seit Einführung der EU-Flottengrenzwerte 2009 bekannt. Die TU München legt nun den Fokus auf eine klimafreundlichere Produktion von E-Autos. Mehrere EU-Regeln zielen hierauf bereits heute ab. Beispiel Batterie-Recycling: Hier wird sich die Klimabilanz durch die EU-Batterie-Verordnung immer weiter verbessern. Zugleich sorgt der Emissionshandel für stärkere Anreize für die Produktion von grünem Stahl, die in Deutschland und Frankreich bereits vorbereitet wird. Diese Aspekte blendet die TU München allerdings aus, mit ihrem engen Fokus auf die Flottengrenzwerte.
Hintergrundinformation
Studie des International Council in Clean Transport:
Ein 2025 in der EU verkauftes batterieelektrisches Mittelklasseauto verursacht über seinen gesamten Lebenszyklus rund 73 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als ein vergleichbarer Benziner. Batterieherstellung, Fahrzeugproduktion, Stromerzeugung und Recycling sind dabei ausdrücklich eingerechnet. Nach etwa 2 Jahren Fahrzeit könnten daher die Emissionen aus der Produktion eines E-Autos ausgeglichen werden.
Schweizer INFRAS-Studie im Auftrag des Schweizer Bundes:
Die Studie kommt zum Schluss: Bei 90 Prozent der Benzin- und Dieselautos auf Schweizer Straßen wäre ein Ersatz durch ein E-Auto aus Klimasicht sinnvoll, wenn die Besitzer den Verbrenner durch ein neues, gleich großes Elektroauto ersetzen würden. Je höher der Verbrauch des aktuellen Verbrenners, je effizienter das neue Elektroauto und je intensiver und länger dessen Nutzung, desto höher die möglichen Einsparungen von Treibhausgasen. Für die Berechnungen vergleicht Studie die Fahrzeugdaten der aktuell fünf Millionen Personenwagen auf Schweizer Straßen miteinander. Mit dem Blick auf den Lebenszyklus eines Autos werden auch Herstellung und Entsorgung betrachtet.